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17 November 2016

Europäische Buy & Build-Aktivität im ersten Halbjahr 2016 auf dem Höchststand seit 2008

Silverfleet Capital hat heute gemeinsam mit Mergermarket die Ergebnisse seines European Buy&Build-Monitors für die erste Jahreshälfte 2016 veröffentlicht. Der Buy&Build-Monitor analysiert regelmäßig die Zukauf-Aktivitäten europäischer Unternehmen, die von Private-Equity-Gesellschaften unterstützt werden.

Ergebnisse

Die Buy & Build-Aktivitäten in Europa haben im ersten Halbjahr 2016 ihr höchstes Niveau seit 2008 erreicht. Dies zeigt der aktuelle, halbjährlich erscheinende European Buy & Build Monitor1 des Private-Equity-Unternehmens Silverfleet Capital. Der Buy & Build Monitor misst die weltweiten Add-on-Aktivitäten der in Europa ansässigen und Private-Equity-finanzierten Unternehmen; für die erste Jahreshälfte 2016 identifiziert er vorläufig 325 Add-ons im Vergleich zu 204 beziehungsweise 250 im ersten und zweiten Halbjahr 2015.

Der durchschnittliche Wert der Add-ons lag bei allen veröffentlichten Transaktionen in den ersten sechs Monaten 2016 bei 53 Millionen britischen Pfund (69 Millionen Euro) – nach 45 Millionen britischen Pfund (59 Millionen Euro) im vorangegangenen Halbjahr2. Die beiden größten Add-on-Akquisitionen in diesem Zeitraum fanden im Finanzdienstleistungssektor statt: Tilney Bestinvest, unterstützt von Permira, erwarb das Unternehmen Towry für 600 Millionen britische Pfund (750 Millionen Euro); mit Hilfe von Nordic Capital kaufte die norwegische Lindorff für 246 Millionen Pfund (313 Millionen Euro) Aktua von Centerbridge und stieg damit in den Non-Performing-Loan-Markt in Spanien ein.

Geografische Trends

Die aktivste Region des ersten Halbjahres war Großbritannien und Irland mit 57 Transaktionen – zeitlich vor dem Brexit-Votum. Die größte Steigerung hatte Skandinavien zu verzeichnen, wo 53 Add-ons gegenüber 28 im vorangegangenen Halbjahr stattfanden. Schweden bildete hierbei mit 25 Deals die Spitze, gefolgt von Dänemark mit 14, Finnland mit acht und Norwegen mit sechs Deals. Von 20 im ersten Halbjahr 2015 beziehungsweise 31 im gesamten Vorjahr fiel die Region Spanien und Portugal auf nur sieben Add-ons ab – der regional schwerste Einbruch. Außerhalb Europas blieb Nordamerika das beliebteste Ziel für Add-ons.

Wertsteigerung durch Buy & Build

Gemeinsam mit einem Team der INSEAD Business School hat Silverfleet den Beitrag von Add-ons zu Wachstum und Investmentrendite untersucht. Das Forschungsergebnis legt nahe, dass einerseits die Multiple-Arbitrage3 oftmals für die Add-ons stärker ausfällt als für die Plattformunternehmen, es aber andererseits weniger stark ins Gewicht fällt als das Potenzial des Add-ons für EBITDA-Wachstum. Abschläge in Bezug auf das Eingangs-Multiple eines Add-ons sollten deshalb generell keine alleinige Berechnungsbasis bilden.

Kommentar

Neil MacDougall, Managing Partner von Silverfleet Capital, kommentiert die Ergebnisse: „In den ersten sechs Monate des laufenden Jahres sind sowohl die Anzahl wie auch die durchschnittliche Dealgröße im Buy & Build-Markt stetig gewachsen. Angesichts eines immer teureren, aber nicht wachsenden Buy-out-Markts liegt es auf der Hand, dass Private Equity-Unternehmen ihre Portfoliofirmen zu Add-on-Akquisitionen ermutigen – so können hohe Einstiegspreise im Mittel heruntergefahren sowie EBITDA-Steigerungen und Anlageerlöse leichter erzielt werden. Der Entwicklung hat sicher auch in die Hand gespielt, dass sich der Kreditmarkt im Beobachtungszeitraum außerordentlich günstig dargestellt hat. Was Großbritannien betrifft, sind wir gespannt, welche Auswirkungen das Brexit-Votum im zweiten Halbjahr auf den Deal-Flow haben wird.“

Standort des ZielunternehmensH1 2014H2 2014H1 2015H2 2015H1 2016H2 2015 – H1 2016
(%)
Großbritannien und Irland 32 52 40 60 57 -5%
Skandinavien 41 41 38 28 53 +89%
Frankreich 26 19 23 30 29 -3%
Deutschland, Österreich, Schweiz 15 20 19 26 25 -4%
Benelux 9 15 12 16 15 -6%
Italien 8 9 8 13 14 +8%
Mittel- und Osteuropa 10 11 11 16 11 -31%
Spanien und Portugal 6 10 18 20 7 -65%
Südosteuropa 2 2 6 0 0 0%
Europa gesamt149179175209211+1%
Nordamerika 19 26 17 21 22 +5%
Asia-Pacific 9 14 8 11 10 -9%
Lateinamerika 0 5 2 7 5 -29%
Naher Osten und Afrika 1 1 2 2 2 0%
Restliche Welt gesamt2936294139-5%
nicht erfasste Add-ons zum 30.06.20161         75  
Gesamtergebnis178225204250325+30%

Quelle: Silverfleet European Buy & Build Monitor H1 2016

Zum vollständigen Report gelangen Sie hier

1 Methodik

Die von Mergermarket aufbereiteten Daten umfassen ausschließlich Folgeakquisitionen von Unternehmen, deren Eigenkapital zu mehr als 30 Prozent von einem Private-Equity-Fonds gehalten wird. Die Plattform-Unternehmen müssen in Europa ansässig sein. Der Wert der Zukäufe muss fünf Millionen Euro übersteigen oder aber das Zielunternehmen muss mindestens einen Umsatz von zehn Millionen Euro aufweisen, um in die Berechnungen mit aufgenommen zu werden.

Eine Herausforderung dabei ist, dass die Daten, die für das letzte Halbjahr veröffentlicht werden, oft nicht vollständig sind. Besonders über die kleineren Zukäufe gibt es weniger Berichte, sie kommen häufig erst ans Licht, nachdem die Analyse abgeschlossen wurde. Um den Trend der gesamten Zukauf-Aktivitäten erfassen zu können, haben wir im Report 2015 zum ersten Mal eine Pro-Forma-Anpassung der Zahlen vorgenommen und eine Zahl für das vierte Quartal angenommen, die aus dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Jahre (2012-2014) gebildet wurde. Im Rückblick war die Anpassung für das Quartal zu niedrig angesetzt und auch für das dritte Quartal 2015 war eine neue Anpassung nötig geworden.

Deshalb haben wir eine größere, um 30 Prozent angepasste Pro-Forma-Steigerung für das erste Halbjahr 2016 angewendet – so können wir Trends besser einschätzen und damit liegen auch wir bei dem Wert, der für das zweite Halbjahr 2015 akkurat gewesen wäre. Somit wurden 75 Pro-Forma-Akquisitionen zu den veröffentlichten Deals in 2016 hinzugerechnet. Aus den Pro-Forma-Zahlen detaillierte Ableitungen wie beispielsweise regionale Aufschlüsselungen vorzunehmen, ist allerdings schwer möglich. Daher haben wir uns dagegen entschieden.

2 Basiert auf den 44 Deals, deren Details im Beobachtungszeitraum veröffentlicht worden sind

3 Multiple-Arbitrage meint die Wertsteigerung eines Unternehmens zwischen Kauf und Verkauf, verbunden mit einem Anstieg des jeweiligen Gewinn-Multiples