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28 Juni 2017

Europäische Buy-&-Build-Aktivitäten auf dem Höchststand

Silverfleet Capital hat heute gemeinsam mit Mergermarket die Ergebnisse seines European Buy&Build-Monitors für das Gesamtjahr 2016 veröffentlicht. Der Buy&Build-Monitor analysiert regelmäßig die Zukauf-Aktivitäten europäischer Unternehmen, die von Private-Equity-Gesellschaften unterstützt werden.

Ergebnisse

  • Der Buy-&-Build-Monitor 2016 von Silverfleet Capital zählt 5371 Add-on-Akquisitionen und erreicht damit für die europäischen Buy-&-Build-Aktivitäten 2016 einen neuen Rekord2
  • Großbritannien und Irland bilden wieder die aktivste Region mit 111 Transaktionen
  • Skandinavien erlebt eine deutliche Steigerung der Add-on-Aktivitäten, vorangetrieben hauptsächlich von Schweden und Dänemark
  • Durchschnittliche Größenordnung der Deals wächst um 74% im Vergleich zu 2015
  • Leicht gesunkenes Level im Jahresvergleich außerhalb Europas

Der Buy-&-Build-Monitor misst die weltweiten Add-on-Aktivitäten der in Europa ansässigen und Private-Equity-finanzierten Unternehmen; für 2016 identifiziert er vorläufig 5371 Add-ons, im Vergleich zu 464 Zukäufen im Jahr 2015 und 414 im Jahr 2014.

Die durchschnittliche Größenordnung der Deals stieg deutlich an, von 42 Millionen britischen Pfund 20153 auf 73 Millionen britische Pfund 2016.

In der Vergangenheit korrelierten die Volumen der Add-on-Deals stark mit den PE-Buyouts und folgten im Wesentlichen dem Trend des Mid-Market-M&A-Indexes. Wie der aktuelle Report allerdings zeigt, hat sich in den vergangenen Jahren eine Abweichung abgezeichnet: Mittlerweile haben die Add-ons die PE-Buyouts und die M&A-Akquisitionen im Mittelstand überflügelt.

Der größte Zukauf in diesem Jahr war der Erwerb des tschechischen Unternehmens AVG Technologies (Unternehmenssitz Niederlande) durch Avast Software mit Sitz in Prag für über 1,4 Milliarden US-Dollar. Avast Software, ein Hersteller für Sicherheitssoftware, wird von CVC und Summit unterstützt.

Zwei weitere Transaktionen schlugen mit Transaktionswerten von über 500 Millionen britischen Pfund zu Buche: Bei der ersten handelt es sich um den Zukauf der in Großbritannien ansässigen OMV durch Siccar Point Energy mit Sitz in Schottland für 605 Millionen britische Pfund. Beide Unternehmen sind im Öl- und Gas-Sektor aktiv. Siccar Point Energy, das von Blue Water Energy und Blackstone Energy Partners unterstützt wurde, ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der OMV Aktiengesellschaft. Eine zweite signifikante Transaktion war der Erwerb des Palamon-gestützten Unternehmens Towry für 600 Millionen britische Pfund. Der Käufer Tilney Bestinvest wird von Permira unterstützt.

Geografische Trends

Die aktivste Region des Jahres 2016 war Großbritannien und Irland – trotz der Bedenken im Hinblick auf zukünftige Auswirkungen des Brexit-Votums vom Juni 2016. Skandinavien erholte sich nach einem kurzen Einbruch 2015 deutlich mit einer Steigerung von 40% im Jahr 2016. Diese Steigerung wird hauptsächlich durch die Zahl der Transaktionen in Schweden und Dänemark bedingt, die sich fast verdoppelte.

Der Trend wird relativiert durch die Entwicklungen der Region Spanien und Portugal, die noch im Jahr 2015 eine starke Phase für Add-On-Transaktionen verzeichnen konnten, 2016 aber merklich schwächer wurden und damit wieder auf das Level von 2013 und 2014 zurückkehrten. Gleiches gilt für die Region Mittel- und Osteuropa.

Insgesamt stiegen die Aktivitäten in Europa im Jahr 2016 an (um 12,4% im Vergleich zu 2015), dies gilt auch für Frankreich, die DACH-Region, die Benelux-Staaten und Italien.

Außerhalb Europas (12,1% des Gesamtvolumens) hat sich wenig verändert. Nordamerika blieb das beliebteste Ziel für Add-ons in Europa. Die Anzahl der Transaktionen lag erneut mehr als doppelt so hoch wie in der Region Asien-Pazifik.

Kommentar

Neil MacDougall, Managing Partner von Silverfleet Capital, kommentiert die Ergebnisse: „Im Hinblick auf die Anzahl der Zukäufe und das durchschnittliche Transaktionsvolumen haben die europäischen Buy-&-Build-Aktivitäten 2016 das Niveau von vor der Finanzkrise 2008 erreicht.“

„Angesichts eines immer teureren Buy-out-Markts zeigt die Analyse, dass Private-Equity-Unternehmen Buy & Build als Schlüsselelement ihrer Wertsteigerungsstrategie sehen. Zukäufe helfen dabei, die hohen Einstiegspreise im Mittel herunterzufahren und EBITDA-Steigerungen zu erzielen. Dieses Phänomen hat sich seit langem angekündigt, lässt sich aber erst seit kurzem auch in der Datenanalyse nachvollziehen.“

Sitz des Zielunternehmens20132014201520162015-16
(%)
Großbritannien und Irland 63 86 102 111 9%
Skandinavien 62 85 68 95 40%
Frankreich 35 49 56 62 11%
Deutschland, Schweiz, Österreich 42 35 46 61 33%
Benelux 26 24 29 43 48%
Italien 12 17 23 33 43%
Spanien und Portugal 18 16 38 20 -47%
Mittel- und Osteuropa 19 21 27 17 -37%
Südosteuropa 3 4 6 2 -67%
Europa gesamt28033739544412%
Nordamerika 23 46 38 39 3%
Asien-Pazifik 15 24 18 15 -17%
Lateinamerika 7 5 8 8 0%
Mittlerer Osten und Afrika 3 2 5 3 -40%
Restliche Welt gesamt48776965-6%
Nicht erfasste Add-ons1       28  
Gesamtergebnis328414464537+16%

Quelle: Silverfleet European Buy & Build Monitor 2016

Zum vollständigen Report gelangen Sie hier

1 Methodik

Die von Mergermarket aufbereiteten Daten umfassen ausschließlich Folgeakquisitionen von Unternehmen, deren Eigenkapital zu mehr als 30 Prozent von einem Private-Equity-Fonds gehalten wird. Die Plattform-Unternehmen müssen in Europa ansässig sein. Der Wert der Zukäufe muss fünf Millionen Euro übersteigen oder aber das Zielunternehmen muss mindestens einen Umsatz von zehn Millionen Euro aufweisen, um in die Berechnungen mit aufgenommen zu werden.

Eine Herausforderung dabei ist, dass die Daten, die für das letzte Halbjahr veröffentlicht werden, oft nicht vollständig sind. Besonders über die kleineren Zukäufe gibt es weniger Berichte, sie kommen häufig erst ans Licht, nachdem die Analyse abgeschlossen wurde.

Deshalb haben wir eine größere, um 12,4 Prozent angepasste Pro-Forma-Steigerung für das zweite Halbjahr 2016 angewendet – so können wir Trends besser einschätzen. Anhand unserer Analyse der Daten des ersten Halbjahres 2016 ergibt sich dieser Prozentsatz um die Pro-Forma-Anpassung der Gesamtzahl der Transaktionen des ersten Halbjahres 2016 vorzunehmen.

Somit wurden 28 Pro-Forma-Akquisitionen zu den veröffentlichten Deals im zweiten Halbjahr 2016 hinzugerechnet. Aus den Pro-Forma-Zahlen detaillierte Ableitungen wie beispielsweise regionale Aufschlüsselungen vorzunehmen, ist allerdings schwer möglich. Daher haben wir uns dagegen entschieden.

2 Seit Beginn unserer Analyse 1998.

3 Basiert auf den 81 Deals, deren Details im Beobachtungszeitraum veröffentlicht worden sind.