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06 Juni 2019

Neuer Höchststand bei europäischer Buy & Build-Aktivität: Gesamtvolumen steigt 2018 auf 10,7 Milliarden Euro

Silverfleet Capital hat heute gemeinsam mit Mergermarket die Ergebnisse seines European Buy & Build-Monitors für 2018 veröffentlicht. Der Buy & Build-Monitor analysiert regelmäßig die Zukauf-Aktivitäten europäischer Unternehmen, die von Private-Equity-Gesellschaften unterstützt werden.

Zum vollständigen Report gelangen Sie hier

Ergebnisse

  • Der Buy & Build-Monitor 2018 von Silverfleet Capital zählt 7021 Add-on-Akquisitionen; im Vorjahr waren es 650 Zukäufe
  • Die Buy & Build-Aktivität erreicht einen neuen Höchststand seit der ersten Datenerhebung im Jahr 1998
  • Trotz leichtem Rückgang gegenüber 2017 bleiben das Vereinigte Königreich und Irland sowie Skandinavien an der Spitze der aktivsten Regionen
  • Frankreich, die DACH-Region und Italien verzeichneten den höchsten prozentualen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr
  • Der durchschnittliche Transaktionswert lag bei 185 Millionen Euro

Mit einem Gesamtvolumen von 10,7 Milliarden Euro hat die europäische Buy & Build-Aktivität im Jahr 2018 ihren bisher höchsten Stand erreicht. Trotz der weiter gestiegenen Unsicherheit durch den Brexit waren das Vereinigte Königreich und Irland weiterhin die Region, in der die meisten Add-on-Akquisitionen stattgefunden haben. Dies sind zentrale Ergebnisse des aktuellen europäischen Buy & Build-Monitors der Private-Equity-Gesellschaft Silverfleet Capital.

Der Buy & Build-Monitor misst die weltweiten Add-on-Aktivitäten von durch Private-Equity-finanzierten Unternehmen mit Hauptsitz in Europa. Für das Jahr 2018 wurde eine vorläufige Zahl von insgesamt 702 Add-ons ermittelt, was gegenüber 650 Zukäufen im Vorjahr einen Anstieg von 8% bedeutet.

Der durchschnittliche Transaktionswert dieser Akquisitionen lag im Jahr 2018 bei 185 Millionen Euro2; in 2017 waren es dagegen nur 90 Millionen Euro gewesen. Allerdings gab es auch eine deutliche Veränderung in der Größe der Deals: Wurden 2017 noch 35 Zukäufe mit einem Wert von mehr als 60 Millionen Pfund bzw. 67 Millionen Euro gemeldet, waren es ein Jahr später nur 16 Deals in dieser Größenordnung.

Der größte durch Private Equity gestützte Zukauf im Jahr 2018 war die Akquisition des Nordamerikageschäfts der Linde AG in der Sparte Industriegase sowie weiterer Linde- und Praxair-Standorte in Südamerika durch CVC und die Messer Group für 3,3 Milliarden US-Dollar.

Geographische Trends

Die Regionen Vereinigtes Königreich und Irland sowie Skandinavien verzeichneten mit 131 bzw. 103 Zukäufen erneut die meisten Add-on-Akquisitionen, wobei die Aktivität gegenüber dem Vorjahr um 7% bzw. 14% abnahm. Der Abschwung von 141 Deals in 2017 auf nunmehr 131 Add-ons im Vereinigten Königreich wurde größtenteils durch die im Jahresverlauf deutlich zurückgegangenen Inlandsinvestitionen in Folge der politischen Ungewissheit verursacht.

Der größte Zuwachs fand dagegen in Frankreich statt: Die Buy & Build-Aktivität stieg dort wieder an und kletterte von 65 Zukäufen im Jahr 2017 um 15% auf 75 Add-ons. Ein ähnlicher Trend war in der DACH-Region zu beobachten, wo das Plus bei 11% lag (73 Zukäufe im Vergleich zu 66 im Vorjahr). Mit 51 Zukäufen im Vergleich zu 46 im Jahr 2017 konnte Italien die stabile Entwicklung der Vorjahre fortsetzen.

In Skandinavien erholte sich Schweden und trug mit 42 Zukäufen (plus 24%) den größten Teil bei; in Dänemark und Norwegen dagegen fanden jeweils zehn Transaktionen weniger als in 2017 statt.

Mit der Akquisition der Reederei Danske Færger durch den dänischen Fährenbetreiber Molslinjen für 594 Millionen dänische Kronen positioniert sich Dänemark jedoch unter die Länder mit den größten Zukäufen in 2018. Außerhalb Europas zeigte sich in Nordamerika ein deutliches Abflauen der Aktivität europäischer Unternehmen – mit elf Transaktionen weniger als im Jahr 2017 betrug der Rückgang 20%.

Silverfleet Capital steuerte zur Buy & Build-Aktivität in 2018 unter anderem die Akquisition von Praxis Herning A/S durch 7days bei. 7days mit Sitz in Deutschland ist Spezialist für Berufsbekleidung im Gesundheitsbereich, Praxis bedient im selben Segment die skandinavischen Märkte. Der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht. Die Transaktion markiert den ersten Schritt in der Wachstumsstrategie von 7days, die in erster Linie auf den Ausbau der europäischen Präsenz setzt.

Kommentar

„Seit 2013 ist das Transaktionsvolumen jährlich gestiegen. Dazu tragen maßgeblich die liquiden Finanzierungsbedingungen, eine robuste europäische Wirtschaft und die vermehrte Bereitschaft von Private-Equity-gestützten Unternehmen bei, Wachstum durch Zukäufe zu generieren“, sagt Gareth Whiley, Managing Partner von Silverfleet Capital. „Das Vereinigte Königreich und Irland konnten ihre Führungsposition nach einem verhaltenen Jahresbeginn und trotz der Brexit-Unsicherheit beibehalten – das spricht deutlich für die wachsende Beliebtheit dieser Art von Wertsteigerung.“

1 Methodik

Die im Silverfleet Buy & Build-Monitor verwendeten Daten werden von Mergermarket aufbereitet. Sie umfassen ausschließlich Folgeakquisitionen von Unternehmen, deren Eigenkapital zu mehr als 30% von einem Private-Equity-Fonds gehalten wird und deren Plattform-Unternehmen in Europa ansässig ist. Der Wert der Zukäufe muss 5 Millionen Euro übersteigen oder das Zielunternehmen muss einen Umsatz von mindestens 10 Millionen Euro aufweisen, um in die Wertung aufgenommen zu werden. Datensätze, die von anderen Berichterstattern gemeldet wurden, scheinen diese Mindestgrößenschwelle nicht zu haben und sind daher nicht direkt vergleichbar.

Eine Herausforderung dabei ist stets, dass die Daten aus dem jüngsten Quartal oft nicht vollständig sind. Gerade kleinere Zukäufe sind noch nicht komplett erfasst, Details werden mitunter erst nach Abschluss unserer Analyse bekannt. Daher wird für diesen Report ein Pro-Forma-Aufschlag von 29% für die Zahlen des zweiten Halbjahres 2018 angewandt, um Trendaussagen treffen zu können. Unsere Analyse für das erste Halbjahr 2018 ergibt, dass dies der Anpassung entspricht, die erforderlich gewesen wäre, um die Add-on-Aktivitäten im ersten Halbjahr akkurat einzuschätzen.

Dementsprechend haben wir für die Zahlen des zweiten Halbjahres 2018 einen Pro-Forma-Aufschlag von 84 Transaktionen addiert. Allerdings ist es kaum möglich, aus den Pro-Forma-Zahlen detaillierte Schlussfolgerungen wie beispielsweise regionale Aufschlüsselungen zu ziehen – dieser Report enthält deshalb keine solchen Zahlen. Ebenfalls zu beachten ist, dass mehrere potentiell relevante Transaktionen nicht in die Analyse mitaufgenommen wurden, da bei ihnen der Prozentanteil der Kapitalbeteiligung der beteiligten Plattformen bzw. der Add-on-Akquisitionen nicht veröffentlicht worden ist.

2 Basierend auf den 58 Transaktionen im Jahr 2018, bei denen konkrete Zahlen veröffentlicht wurden. Für weniger als 10% aller Transaktionen im Jahr 2018 wurden konkrete Zahlen veröffentlicht. Im Vergleich zu 16% im Jahr 2017 und 17% im Jahr 2016 ist dieser Wert deutlich gesunken. Die durchschnittlich höheren Transaktionswerte in diesem Jahr sind daher vermutlich auf den Trend zurückzuführen, entsprechende Zahlen nicht zu veröffentlichen.